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Kritik: Silent Hill Revelation 3D

silenthill_revelations3dDieser Film wurde von Kritikern zerrissen. Eigentlich versuche ich in meinen Artikeln immer das Negative zu meiden und mit einer möglichst positiven Stimmung an Videospiele-Themen ranzugehen, aber dieser Film findet in einem meiner liebgewonnensten Franchises statt und macht leider einiges darin falsch.

Der Ehemalige Drehbuchautor Roger Avary kommt für Fahrerflucht mit Todesfolge ins Gefängniss, das Set wird in einem Sturm weggeweht – Dieser Film hatte von Anfang an mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Allerdings forderte der eigentlich sehr gute Vorgänger und das Franchise nach einem neuem Kinofilm. Unter der Regisseur Arbeit und dem Drehbuch von Michael J. Basset kam die Produktion nun doch zu einem Ende, sodass der Film aktuell im Kino läuft.

Ich habe mich sehr auf diesen Film gefreut und hatte somit sehr hohe Erwartungen. Diese habe ich aufgrund schlechter Kritik im Vorfeld aber versucht herabzuschrauben. Aber selbst das hilft nicht, wenn der Film leider eine völlig falsche herangehensweise hat. Was falsch gemacht wurde, aber wo der Film vielleicht auch seine Stärken hat, möchte ich im folgenden farlegen.

Plot

Man kann nichts daran drehen oder wenden, der Film ist immernoch eine Videospielverfilmung. Revelation verfilmt die Vorkommnisse des dritten Silent Hill Spiels und bietet damit die logische Fortsetzung des ersten Spiels und Films. Damit hat er es gottseidank noch nicht den Resident Evil Filmen nachgemacht, die mitlerweile eine völlig andere Geschichte als die Spielen erzählen. Ich habe auch nichts dagegen, dass Kleinigkeiten geändert werden sodass der Inhalt des Spiels besser in Film-Form gegossen werden kann, oder Überschneidungen zwischen den Spielen stattfinden, wie beispielsweise dem Pyramidhead, der ja inhaltlich eigentlich eine Figur aus Silent Hill 2 ist.
Das große Problem ist nicht, dass die Geschichte verkürzt wurde oder dass Charaktere dazuerfunden wurden, sondern wie die Geschichte in den Film gegossen wurde. Da der erste Film inhaltlich zu schwer verdaulich war, für Leute, die das Spiel nicht gespielt haben, hat man es hier versucht sowohl Fans als auch nicht-Kenner der Serie recht zu machen. Den Fans wurde ein wenig Fan-Service geboten (dazu mehr Später bei den Charakteren), den nicht-Kennern, die nur für die leichte Unterhaltung ins Kino gehen, wird die Geschichte vorgekaut. Was der Film hierbei sehr falsch macht, ist die Tatsache, dass dem Zuschauer zuerst das etwas schwierig zu verstehende Ende von Teil 1 erklärt wird und danach relativ schnell der Hauptcharakterin Heather erklärt wird, was es mit allem so auf sich hat. Der Rest des Films ist dann nur noch eine Abhandlung von Ereignissen, die gradlinig zum Ende führen. Es gibt keine Überaschungen oder Wenden mehr und die Bedrohung des Films wirkt auch nicht mehr so bedrohlich.
Das ganze ist dadurch besonders tragisch, da die vorlage des Spiels eine sehr schöne Wendung bietet, die man in einen Kinofilm optimal hätte einbauen können. Stattdessen wurde auch diese Wende ausgehebelt, da bereits zur Mitte des Films alles erklärt wurde. Der Film wäre um einiges besser gewesen, hätte er viele dieser Erklärungen einfach weggelassen, den Zuschauer anderswo in die Irre gelietet, mehr ruhige Stellen gehabt und die Wendung des Spiels gut ausgenutzt.

Für die Umsetzung der Spiel-Geschichte in den Film gebe ich: 20%

Charaktere

Sehr gut war die Tatsache, dass der Film die Ausgangssituation, wie Heather mit ihrem Vater zusammen lebt, sinnvoll verflochten hat. Der erste Film hat den eigentlichen Hauptcharakter von Teil 1 durch seine Frau ersetzt, die jetzt jedoch in der Anderwelt gefangen ist, sodass die Ausgangsituation des zweiten Films nun die gleiche war, wie die des dritten Spiels. Allerdings hätte der Film aus dieser Situation noch viel mehr machen können. Bei den Charakteren blieb der Film leider völlig oberflächlich oder gar unverständlich. Der Detektiv aus dem Spiel, der eigentlich eine etwas wichtigere Rolle spielte, wurde hier relativ zu Anfang des Film direkt weggeworfen. Dafür werden Charaktere dazuerfunden, wie die Schwester der Sekten-Anführerin, Christabella, aus dem ersten Film, mit dem Namen Claudia und dem jungen Vincent Carter. Mit dem Vincent gibt es auch wieder eine Wendung, die leider bereits viel zu früh daher kommt und auch sofort erklärt und vorgekaut wird und viel später im Film eine deutlich bessere Überaschung dargestellt hätte. Hinzu kommt, dass Vincent nicht nachvollziehbar dargestellt wird und wegen Heather, die er gerade einen halben Tag kennt, alles woran er bis dahin glaubte über den Haufen wirft.
Über Heather an sich hat sich der Autor und Regisseur gar keine Gedanken gemacht. Er gibt den Fans der Serie etwas Fanservice, da Heather zu Beginn des Films eine Weste und damit ihr aus dem Spiel typisches Aussehen bekommt. Ich will hier der Schauspielerin keine Vorwürfe machen, denn sie wusste wahrscheinlich auch nicht, was ihr gespielter Charakter für eine Person ist, denn darüber hat sich der Regisseur gar keine Gedanken gemacht. Heather ist einfach ein Mädchen, das anscheinend keine Angst oder Gefühle hat, zur Mitte des Films bereits bescheid weiß, was passieren wird und daher auch zum Ende hin keine Bedrohung mehr in der Hauptbedrohung des Films sieht.
Es gibt zwischendurch den Versuch eine Frau zu Retten, was zu einem neuen Charakter hätte führen können, diese wird jedoch direkt nach Ihrer Rettung an den Beinen aus dem Bild gezogen und hatte keinen weiteren Sinn für den Film. Dhalia kam auch noch einmal ganz kurz vor, verschwand dann aber sofort wieder. Am Ende des Film folgte noch etwas weiterer Fanservice mit drei Silent Hill Charakteren: Der erste ist der Pyramid Head, der bereits davor in beiden Filmen an vielen Stellen vorkam. Am Ende ging er in einer Ruhigen Szene begleitet von einem der bekanntesten Themes aus Silent Hill 2 in die Dunkelheit. Ich persönlich fand diese Szene sehr schön und habe sie ein bischen als Teaser für eine Silent Hill 2 Verflmung (Hoffentlich anderer Regisseur) verstanden, in der endlich für Nicht-Fans aufgeklärt wird, was der Pyramid Head eigentlich zu bedeuten hat, da er ja eigentlich ein Charakter aus Silent hill 2 ist. Das wäre auch endlich eine sinnvolle Verflechtung und würde einen der Hauptkritikpunkte der Filme aufklären. Der zweite Charakter war der Truck-Fahrer aus Silent Hill Origins, der am Ende Heather und Anhang aufgenommen und mit aus Silent Hill rausgefahren hat, was genau wie meine Pyramid Head Theorie sehr schön zeigt, wie die verschiedenen Silent Hill Geschichten nebeneinander ablaufen. Und Ihnen entgegen fährt der dritte Charakter: Ein Gefängniss-Transport der Wahrscheinlich den Hauptcharakter aus Silent Hill Downpour an Board hat.

Für die Bewertung kann ich allerdings keinen Fanservice mit Charakteren, die man eine halbe Minute sieht berücksichtigen und muss für die Umsetzung der eigentlich sehr guten Spiele-Charaktere zu leeren Film-Hüllen geben: 10%

Visuell

Visuell hat der Film einiges zu bieten. Es gibt zwar drei Stellen im Film, die etwas lächerlich rüberkommen, aber wahrscheinlich durch das etwas niedrige Budget des Films verursacht wurden: Die Erklärszene zum Ende des ersten Teils im Spiegel sah etwas lächerlich aus, dem Spinnenmonster, das aus vielen Schaufensterpuppen wurde der Gruselfaktor genommen, da es zu auffällig nach Computer-Grafik aussah und das verwandeln von Alessa in ihr älteres Abbild hatte schon TV Niveau. Davon abgesehen kann sich der ganze Rest des Films allerdings sehen lassen. Die Übergänge zwischen der normalen Welt zur Anderwelt sehen wiedereinmal fabelhaft aus und die sonstige darstellung von Monstern oder Pyramid Head ist fantastisch. Hier sind die Stärken des Regisseurs deutlich zu erkennen. Schade, dass Das Drehbuch und die Regisseursarbeit mit Schauspielern und Charakteren nicht so gut geklappt haben.

Sehr schön ist auch, wie sich der Asche-Regen des ersten Films der mit der Alessa-Geschichte zusammenhing am Ende in ein Nebel-setting, das eher an Silent hill 2 erinnert verwandelt.

Trotz einiger schnitzer, die ich dem Budget verschulde, gebe ich den Visuellen Effekten des Film: 80%

Musik/Ton

Mein größter Plus-Punkt an den Silent Hill Filmen ist es ja, dass diese Filme die einzigen Videospiel-Verfilmungen sind, die den Orginal Soundtrack des Spiels verwenden und sogar mit dem Musik-Künstler zusammen die hintergrund-Musik des Films entwerfen. Genauso war das auch hier wieder. Es ist vielleicht nicht der allerbeste Soundtrack den Akira Yamaoka jemals entworfen hat, aber ich war rundum zufrieden. Aus mangel an ruhigen Szenen, die Silent Hill eigentlich immer ausgemacht haben, ist die Musik und die Soundkulisse leider das einzige, das dem Film überhaupt eine Stimmung gegeben hat. Passend zum Pyramid Head wird häufig Musik aus Silent Hill 2 eingespielt und auch sonst gab es immer wieder Stimmungsvolle Themes aus den frühen Silent Hill Spielen, sowie pochende oder kratzende Hintergrundgeräusche, die die typische Silent Hill Stimmung bieten.

Für die Musik gebe ich dem Film: 90%

Kulissen

Einige Schauplätze des Spiels wurden leider etwas lieblos abgefühstückt, obwohl es viele schöne verliebte Details gab. Es gab immer wieder das Thema Gebrtstag mit blutverschmierten Clowns, verschimmelten Geburtstagstorten, abgeblätterten Farben und Tapeten, oder den blutverschmierten Robbie der Hase als kleine oder große Plüschfiguren. Leider wurde aber nicht viel mit diesen Kulissen gemacht. Der „Lakeside Amusement Park“ kam viel mehr wie ein Kirmensfest, als wie ein Vergnügungspark mit festen Anlagen und Gebäuden rüber, was er ja im Spiel eigentlich war. Die Schule und die Anstalt waren sehr gut umgesetzt und erinnerten sehr stark an ein Silent Hill und auch das Einkaufszentrum war ok, bezog sich aber leider fast nur auf die Lieferantenzugänge. Es wäre schön gewesen hier auch wie im Spiel mehr von einem Einkaufszentrum in der Anderwelt zu sehen.

Für die Kulissen gebe ich dem Film: 70%

Fazit

Insgesammt muss ich dem Film somit 54% geben, was absoluter Durchschnitt ist. Das ist zwar nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut. Das traurige ist, dass das Franchise Silent Hill einen sehr guten Film verdient hätte. Der erste Silent Hill Film bleibt zwar weiterhin die bis jetzt beste Videospiele-Verfilmung und es wäre schön gewesen, das auch von Teil 2 behaupten zu können. Leider wurden die Geschichte und die Charaktere so lieblos in den Film umgesetzt, dass die Qualität des Films darunter absolut leidet. Audio-Visuell ist der Film absolut sehenswert, aber inhaltlich bietet er leider gar nichts und bestätigt nur falsche Klischees, dass Videospiele nichts für das Hirn zu bieten haben.
Und das ist der wirklich traurige Teil. Silent Hill ist inspiriert durch das Survival Horror – Genre von Resident Evil, den grotesken Kunstwerken von Francis Bacon oder Hans Bellmer und der Tiefgehenden Geschichte, sowie den Horror-Stil-Elementen des Films Jacob’s Ladder. Ein Silent Hill Spiel bewegt den Spieler indem es ihn wie Shadow of the Colossus mitleiden und sich identifizieren lässt, es führt ihn in eine völlig andere Richtung und überascht am Ende mit einer unvorhersehbaren aber schon die ganze Zeit angedeuteten Wendung. Silent Hill ist tiefsinnig und verarbeitet seine Charaktere psychologisch. All das tut dieser Film leider nicht.

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  1. 30. Januar 2013 um 10:49

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